7. September 2023

Aufbau von Vertrauen in virtu­ellen Teams

Vertrauen ist die Grund­lage guter Zusam­men­ar­beit. Durch die fehlende physi­sche Nähe kann der Aufbau von Vertrauen in virtu­ellen Teams erschweren. Welche Maßnahmen stärken das Vertrauen in virtu­ellen Teams?

„Vertrauen ist für alle Unter­neh­mungen das große Betriebs­ka­pital, ohne welches kein nütz­li­ches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedin­gungen gedeih­li­chen Gesche­hens.“

Diese Weis­heit des Arztes, Philo­so­phen und Frie­dens­no­bel­preis­trä­gers Albert Schweitzer hat bis heute ihre Gültig­keit bewahrt. Vertrauen ist nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in Unter­nehmen der Kleb­stoff, der alles zusam­men­hält. Ohne Vertrauen zwischen Vorge­setzten und Mitar­bei­tern sowie den Beschäf­tigten unter­ein­ander kann es keinen Unter­neh­mens­er­folg geben.

Doch die Herstel­lung und Bewah­rung von Vertrauen in virtu­ellen Team-Orga­ni­sa­tionen, in denen Mitar­beiter an verschie­densten Stand­orten verstreut arbeiten, stellt Unter­nehmen aller Bran­chen vor enorme Heraus­for­de­rungen. Vertrauen spielt im Remote Work eine noch wich­ti­gere Rolle als in physisch präsenten Teams.

Doch warum ist das eigent­lich so? Wie entwi­ckelt sich Vertrauen in virtu­ellen Teams? Und was können Unter­nehmen tun, um Vertrauen in Remote-Arbeits­um­ge­bungen aufzu­bauen? Diesen und weiteren Fragen geht der nach­fol­gende Beitrag nach.

Warum ist Vertrauen in virtu­ellen Teams so wichtig?

Ein hohes Maß an Vertrauen am Arbeits­platz bringt zahl­reiche Vorteile mit sich. In Studien konnte nach­ge­wiesen werden, dass Beschäf­tigte in einer vertrau­ens­vollen Arbeits­um­ge­bung

  • weniger gestresst sind,
  • ein höheres Maß an Zufrie­den­heit an den Tag legen,
  • weniger Krank­heits­tage haben,
  • eine höhere Produk­ti­vität aufweisen und
  • mehr Initia­tive und Bereit­schaft zum Risiko zeigen.

Dies gilt nicht nur in Präsenz­ar­beits­um­ge­bungen, sondern auch im Remote Work. Beschäf­tigte im Home­of­fice haben jedoch einen gravie­renden Nach­teil gegen­über ihren Kollegen im Büro: Sie können Vertrauen kaum über den persön­li­chen Kontakt aufbauen.

Virtu­elle Teams haben nicht die Möglich­keit, sich persön­lich an ihrem Büro­ar­beits­platz oder in einem privaten Setting kennen­zu­lernen. Neben dieser fehlenden persön­li­chen Kenntnis erleben Remote Worker die Körper­sprache ihrer Kollegen häufig nur einge­schränkt in Video­kon­fe­renzen. Und sie können einander bei Fragen und Problemen nicht persön­lich anspre­chen.

Diese Einschrän­kungen haben zur Folge, dass Vertrauen in virtu­ellen Teams einen noch größeren Stel­len­wert besitzt als am tradi­tio­nellen Büro­ar­beits­platz. Remote Worker sind schlichtweg dazu gezwungen, einander zu vertrauen, um ihre Zusam­men­ar­beit erfolg­reich zu gestalten. Das stellt hohe Anfor­de­rungen sowohl an die Team­mit­glieder als auch an Sie als Führungs­kraft. Eine abfäl­lige Bemer­kung in einem Tele­fonat oder ein beiläu­figes Stirn­run­zeln in einer Video­kon­fe­renz kann in virtu­ellen Teams schnell zu einem Vertrau­ens­ver­lust führen, der sich im Nach­hinein nicht einfach durch ein persön­li­ches Gespräch rück­gängig machen lässt.

Als Führungs­kraft sollte Ihnen dieser Punkt im Manage­ment eines virtu­ellen Teams sehr bewusst sein. Haben Sie deshalb das Vertrau­ens­ver­hältnis nicht nur zwischen sich und Ihren Mitar­bei­tern, sondern auch zwischen den Team­mit­glie­dern unter­ein­ander im Auge. Eine schlei­chende oder plötz­liche Erosion von Vertrauen kann jedes noch so quali­fi­zierte Team zum Schei­tern verur­teilen.

Wie entwi­ckelt sich Vertrauen in virtu­ellen Teams?

Virtu­elle Teams arbeiten in vielen Unter­nehmen ganz ohne persön­liche Begeg­nungen über Stand­orte und Zeit­zonen hinweg zusammen. Das bedeutet, dass ihnen im Gegen­satz zu physisch präsenten Teams in Büros zahl­reiche persön­liche Inter­ak­ti­ons­mög­lich­keiten fehlen: Es gibt keinen Kaffee­klatsch in der Teeküche, ein gemein­sames Mittag­essen ist nicht möglich und auch auf ein Feier­abend­bier können virtu­elle Teams sich nicht treffen. Hinzu kommt, dass sie auch keine Möglich­keit haben, Fragen und Probleme persön­lich im Büro zu bespre­chen und zu klären.

Auf das Vertrauen im Team hat dies massive Auswir­kungen. Vertrauen entsteht bei Menschen im Wesent­li­chen durch die persön­liche Bezie­hung. Grund­sätz­lich begegnen sich fremde Menschen zunächst mit Vorsicht. Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen, weder in der physi­schen noch in der virtu­ellen Arbeits­welt.

Erst über Wert­schät­zung und Akzep­tanz in der persön­li­chen Inter­ak­tion bildet sich mit der Zeit Vertrauen zwischen Beschäf­tigten unter­ein­ander und ihren Vorge­setzten. Wie vertrau­ens­voll die Zusam­men­ar­beit in einem virtu­ellen Team ist, hängt somit maßgeb­lich von der Art und Weise ab, wie die Team­mit­glieder mitein­ander umgehen.

In einer 2015 durch­ge­führten, viel beach­teten Studie von Google wurde fest­ge­stellt, dass die psycho­lo­gi­sche Sicher­heit einen der wesent­li­chen Erfolgs­fak­toren von Unter­nehmen darstellt. Unter psycho­lo­gi­scher Sicher­heit wird die gemein­same Über­zeu­gung einer Orga­ni­sa­tion verstanden, dass es sicher ist, zwischen­mensch­liche Risiken einzu­gehen. Sie beschreibt das subjek­tive Gefühl der Sicher­heit der Mitar­beiter, dass Fehler erlaubt sind, ohne dadurch mit nega­tiven Konse­quenzen rechnen zu müssen.

Die wich­tigste Grund­lage dieser psycho­lo­gi­schen Sicher­heit ist nach Einschät­zung vieler Fach­leute das Vertrauen inner­halb eines Teams. Es schafft die Basis für eine leis­tungs­fä­hige Zusam­men­ar­beit. In Studien konnte nach­ge­wiesen werden, dass Team­mit­glieder, die einander vertrauen, eher bereit sind, sich anzu­strengen und einander zu helfen.

Beson­ders in virtu­ellen Teams stellt das Vertrauen zwischen den Team­mit­glie­dern den entschei­denden Erfolgs­faktor dar. Aufgrund der einge­schränkten Möglich­keiten, persön­lich mitein­ander zu inter­agieren, sind Remote Worker darauf ange­wiesen, einander mehr zu vertrauen. Das heißt: Sie müssen einander trotz mangelnder persön­li­cher Bezie­hung sozu­sagen einen „Vertrau­ens­vor­schuss“ entge­gen­bringen.

Dieser Vertrau­ens­vor­schuss muss im Anschluss jedoch gerecht­fer­tigt werden. Unter­nehmen stehen dabei zahl­reiche Maßnahmen zur Verfü­gung, um Vertrauen in virtu­ellen Struk­turen aufzu­bauen. Der nach­fol­gende Abschnitt zeigt, wie das gelingen kann.

Konkrete Maßnahmen für den Vertrau­ens­aufbau in virtu­ellen Teams

Die Vertrau­ens­wür­dig­keit von Menschen hat viel mit ihrem Auftritt und ihren sozialen Fähig­keiten zu tun. Doch Vertrau­ens­aufbau ist keines­wegs eine ange­bo­rene Eigen­schaft oder ein spezi­elles Talent von Menschen, sondern kann viel­mehr von jeder Führungs­kraft erlernt werden. Nach­fol­gend stellen wir Ihnen einige der hilf­reichsten Maßnahmen vor, um Vertrauen in virtu­ellen Teams aufzu­bauen.

Finden Sie Gemein­sam­keiten

Gemein­sam­keiten erzeugen ein Grup­pen­ge­fühl und schaffen Vertrauen zwischen den Mitglie­dern einer Gruppe. Einer der ersten und bedeut­samsten Schritte für den Vertrau­ens­aufbau in virtu­ellen Teams ist es deshalb, Gemein­sam­keiten zwischen den Team­mit­glie­dern zu finden. Selbst­ver­ständ­lich stellt die Situa­tion als Remote Worker bereits eine erste Gemein­sam­keit dar. Als Führungs­kraft sollten Sie darüber hinaus weitere Gemein­sam­keiten zwischen den Team­mit­glie­dern finden und ihnen kommu­ni­zieren. Da Ihre Remote-Mitar­beiter in der Regel keine oder nur einge­schränkte Möglich­keiten haben, sich privat auszu­tau­schen, ist es wichtig, dass Sie als Team­ma­nager einen Teil dieser Kommu­ni­ka­tion über­nehmen. Sie werden sehen, je mehr Gemein­sam­keiten Sie in Ihrem Team fest­stellen und publik machen, umso schneller wird sich eine Vertrau­ens­basis zwischen den Team­mit­glie­dern bilden.

Geben Sie einen Vertrau­ens­vor­schuss

Die wahr­schein­lich wich­tigste Maßnahme zu Beginn der Tätig­keit eines virtu­ellen Teams ist es, einen Vertrau­ens­vor­schuss zu geben. Dieser wird vor allem von Ihnen als Führungs­kraft verlangt, doch viele Manager tun sich schwer damit, ihren verstreuten Remote Workern Vertrauen ohne Gegen­leis­tung entge­gen­zu­bringen. Die Folge ist Mikro­ma­nage­ment mit detail­lierten Arbeits­auf­gaben und stän­diger Kontrolle – die wahr­schein­lich schäd­lichste Manage­ment­me­thode, um Vertrauen in einem Team aufzu­bauen. Geben Sie Ihren Mitar­bei­tern viel­mehr einen ordent­li­chen Vertrau­ens­vor­schuss und Sie werden beob­achten, wie die Zusam­men­ar­beit mit Ihnen und im Team deut­lich besser klappt. Je nachdem wie Ihre Beschäf­tigten mit diesem Vertrau­ens­vor­schuss umgehen, können Sie in der Folge die rich­tige Balance zwischen krea­tivem Frei­raum und detail­lierter Steue­rung finden.

Stellen Sie Trans­pa­renz her

Ein schneller und umfas­sender Infor­ma­ti­ons­fluss ist essen­ziell für eine erfolg­reiche Zusam­men­ar­beit in virtu­ellen Teams. Als Führungs­kraft ist es Ihre Aufgabe, für diesen Infor­ma­ti­ons­fluss zu sorgen. Mitar­beiter im Home­of­fice haben oftmals das Gefühl, vom Infor­ma­ti­ons­fluss im Unter­nehmen abge­schnitten zu sein. Wirken Sie diesem Gefühl mit einer regel­mä­ßigen und trans­pa­renten Weiter­gabe von Infor­ma­tionen entgegen. Sehr hilf­reich sind in diesem Zusam­men­hang wöchent­liche oder monat­liche Team­sit­zungen in Form von Video­kon­fe­renzen, um Ihre Mitar­beiter bei allen wich­tigen Themen auf dem Laufenden zu halten.

Bieten Sie Hilfe an

Als Vorge­setzter sollten Sie für Ihr Team erster Ansprech­partner bei Fragen und Problemen sein. Viele Beschäf­tigte im Home­of­fice haben jedoch Sorge, ihre Vorge­setzten mit Problemen zu konfron­tieren aus Angst, als Schwäch­linge oder Under­per­former dazu­stehen. Nichts ist kontra­pro­duk­tiver als das. Ihnen sollte bewusst sein, dass Remote Work für viele Menschen mit massiven Schwie­rig­keiten verbunden ist. Diese können von der kompli­zierten Verein­bar­keit von Fami­lien- und Berufs­leben bis zu persön­li­chen Problemen bei der Selbst­or­ga­ni­sa­tion und -moti­va­tion reichen. Geben Sie Ihren Mitar­bei­tern von vorn­herein das Gefühl, dass diese Probleme völlig normal sind und keines­wegs ein Zeichen von Schwäche oder Unfä­hig­keit. Bieten Sie Ihrem Team aktive Hilfe bei der Bewäl­ti­gung von Schwie­rig­keiten im Home­of­fice an und schaffen Sie damit eine solide Vertrau­ens­basis zwischen Ihren Mitar­bei­tern und Ihnen als Führungs­kraft.

Geben Sie Feed­back

Mitar­beiter in virtu­ellen Teams sind in ganz beson­derem Maße auf Ihr Feed­back als Führungs­kraft ange­wiesen. Dies gilt vor allem in Teams, die eher wenig mitein­ander kommu­ni­zieren. So ist es für einzelne Team­mit­glieder oftmals nicht einfach, einzu­ordnen, wo sie im Team stehen und wie gut ihre Leis­tung aufge­nommen wird. Sorgen Sie mit regel­mä­ßigem Feed­back dafür, dass Ihr Team weiß, was gut läuft und was noch verbes­se­rungs­würdig ist. Scheuen Sie sich nicht, auch nega­tive Aspekte anzu­spre­chen. Auch diese müssen in virtu­ellen Teams adres­siert und nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Sorgen Sie für Verläss­lich­keit

Verläss­lich­keit ist eine Grund­be­din­gung für eine produk­tive Zusam­men­ar­beit in virtu­ellen Teams. Remote Teams müssen sich darauf verlassen, dass jedes einzelne Mitglied seinen Beitrag zur rechten Zeit leistet. Wenn einzelne Mitar­beiter nicht verläss­lich sind, kann der gesamte Erfolg Ihres Teams infrage gestellt werden. Sorgen Sie deshalb für Verläss­lich­keit im Team, indem Sie als Vorge­setzter mit gutem Beispiel voran­gehen. Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen und halten Sie sich an Dinge und Verspre­chen, die Sie gegeben haben. Ihre Mitar­beiter werden es Ihnen gleichtun.

Schaffen Sie emotio­nale Nähe

Wie bereits zuvor erwähnt, leiden virtu­elle Teams unter dem Nach­teil, dass die Mitglieder kaum emotio­nale Nähe durch den persön­li­chen Kontakt zuein­ander aufbauen können. Emotio­nale Nähe ist aber eine Grund­vor­aus­set­zung für Vertrauen. Deshalb sind Sie als Manager gefor­dert, eine emotio­nale Basis für Ihre Team­mit­glieder aufzu­bauen. Fragen Sie Ihr Team am Montag­morgen, wie das Wochen­ende war. Oder erkun­digen Sie sich nach Dingen aus dem Privat­leben. Es stehen Ihnen viele Möglich­keiten zur Verfü­gung, emotio­nale Nähe zu schaffen. Seien Sie kreativ und stärken Sie das Vertrau­ens­ver­hältnis in Ihrem Team nach­haltig.

Etablieren Sie einen gesunden „Wett­be­werb“

Virtu­elle Teams haben eine Tendenz dazu, ihre Zusam­men­ar­beit viel­mehr als Wett­be­werb zwischen einzelnen Team­mit­glie­dern um die beste Leis­tung zu sehen. Aus Sorge, keine so guten Leis­tungen wie Kollegen zu zeigen, über­treiben es deshalb manche Remote Worker mit ihrem Arbeits­eifer. Kommen Sie dieser Entwick­lung zuvor und etablieren Sie von Beginn an einen gesunden „Wett­be­werb“ zwischen Ihren Mitar­bei­tern. Machen Sie ihnen klar, welche Ergeb­nisse Sie von ihnen erwarten und messen Sie sie an diesen Erwar­tungen. Über­dies sollten Sie Ihren Beschäf­tigten kommu­ni­zieren, dass sie sich nicht in einem Wett­be­werb unter­ein­ander befinden, sondern alle ihren Teil zum Gesamt­erfolg beitragen.

Orga­ni­sieren Sie physi­sche Treffen

Auch in gut funk­tio­nie­renden virtu­ellen Teams ist auf Dauer ein physi­sches Treffen der Team­mit­glieder unum­gäng­lich. Orga­ni­sieren Sie ein Team-Event, bei dem alle Mitglieder Spaß haben und das ihnen Gele­gen­heit bietet, sich nicht nur beruf­lich, sondern auch privat auszu­tau­schen. In den Tagen nach einem derar­tigen Event werden Sie mit hoher Wahr­schein­lich­keit fest­stellen, dass Ihre Mitar­beiter einen viel inten­si­veren und vertrau­ens­vol­leren Kontakt zuein­ander gefunden haben. Solche Team-Events sollten deshalb keine einma­ligen Ereig­nisse bleiben. Wieder­holen Sie physi­sche Treffen in regel­mä­ßigen Abständen, um die einmal etablierte Vertrau­ens­basis im Team zu bewahren und zu stärken.

Was haben Unter­nehmen und Führungs­kräfte von Vertrauen in Teams?

Das Vertrauen in Mitar­beiter ist kein Selbst­zweck. Das von Unter­nehmen und ihren Führungs­kräften entge­gen­ge­brachte Vertrauen wird von den Beschäf­tigten in Form einer höheren Produk­ti­vität, größerer Zufrie­den­heit und einer besseren Gesund­heit „belohnt“. Darüber hinaus kommen Unter­nehmen, in denen eine Kultur des Vertrauens etabliert ist, in den Genuss einiger weiterer Vorteile, die wir nach­fol­gend vorstellen.

Vertrauen begüns­tigt Inno­va­tion

Vertrauen ist die Grund­lage von Inno­va­tion. Mitar­beiter, die Angst davor haben, Risiken einzu­gehen und Fehler zu machen, treiben keine Inno­va­tion voran. Diese Fehler­angst ist in virtu­ellen Arbeits­um­ge­bungen oftmals stärker ausge­prägt als in Präsenz­um­ge­bungen. Die beste Art und Weise, eine Fehler- und Risi­ko­kultur in virtu­ellen Teams zu etablieren, ist Vertrauen. Mitar­beiter, die wissen, dass sie ein Grund­ver­trauen genießen, das nicht durch Fehler erschüt­tert wird, trauen sich mehr zu und sind inno­va­tiver.

Vertrauen erzeugt Moti­va­tion

Den meisten Menschen fällt es leichter, sich zu moti­vieren und gute Arbeit zu leisten, wenn sie von Menschen umgeben sind, die eben­falls moti­viert und fleißig sind. Vertrauen stärkt nicht nur den Zusam­men­halt unter Kollegen, sondern schafft auch Moti­va­tion. Wer weiß, dass er sich auf die anderen Team­mit­glieder verlassen kann, wird seiner­seits für Verläss­lich­keit sorgen und eine hohe Arbeits­moral an den Tag legen.

Vertrauen fordert Gegen­leis­tungen

Als Führungs­kraft müssen Sie einem virtu­ellen Team zwangs­läufig mehr Vertrauen entge­gen­bringen als einem physisch anwe­senden Team. Das hat Nach­teile, aber auch den Vorteil, dass die meisten Menschen den inneren Antrieb haben, Vertrauen recht­fer­tigen zu wollen. Konkret bedeutet das, dass Ihre Mitar­beiter als Gegen­leis­tung für das von Ihnen entge­gen­ge­brachte Vertrauen in der Regel gute Arbeit ablie­fern werden.

Vertrauen schafft Zeit und Energie

Bei physisch präsenten Teams haben Sie als Führungs­kraft die Möglich­keit, die Arbeit Ihrer Mitar­beiter sehr eng zu über­wa­chen. Sie können sehen, wer wann morgens ins Büro kommt, wer wie fleißig ist und als Letzter Feier­abend macht. Bei remote arbei­tenden Teams stehen Ihnen diese Über­wa­chungs­mög­lich­keiten nicht zur Verfü­gung. Sie wissen nicht, ob Ihre Team­mit­glieder gerade am Computer sitzen oder Haus­ar­beit machen und haben auch gene­rell keinen Über­blick über deren Arbeits­zeiten. Solange die Arbeits­er­geb­nisse zufrie­den­stel­lend sind, setzt das Vertrauen in Ihr Team bei Ihnen als Führungs­kraft jede Menge Ressourcen frei, die Sie nicht mehr in die Arbeits­kon­trolle inves­tieren müssen. Vertrauen gibt Ihnen mehr Zeit und Energie, sich auf andere, wich­ti­gere Dinge auf der Arbeit zu konzen­trieren.

Vertrauen verbes­sert die Mitar­bei­ter­bin­dung

Die Bindung von Mitar­bei­tern ist eine der größten Heraus­for­de­rungen für Unter­nehmen im Remote Work. Beschäf­tigte im Home­of­fice legen aufgrund der gerin­geren Inter­ak­tion mit ihren Kollegen und dem Unter­nehmen als Ganzes in der Regel ein gerin­geres Maß an Loya­lität an den Tag als Mitar­beiter im Büro. Um Beschäf­tigte im Home­of­fice stärker an das Unter­nehmen zu binden, stehen Ihnen aber zahl­reiche Maßnahmen zur Verfü­gung. Eine der wich­tigsten darunter ist das Vertrauen. Mitar­beiter, denen Manager Vertrauen entge­gen­bringen, fühlen sich akzep­tiert und wert­ge­schätzt. Die meisten von ihnen werden dieses Vertrauen mit einer stär­keren Bindung an das Unter­nehmen zurück­zahlen.

Fazit: Vertrau­ens­aufbau ist schwierig, aber machbar

Die Art und Weise, wie Menschen in einer Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­tion einander vertrauen, hat sowohl mit ihrer persön­li­chen Prägung als auch mit der Orga­ni­sa­ti­ons­kultur zu tun. Während die Schaf­fung einer Vertrau­ens­kultur durch ein Unter­nehmen bereits in einer physi­schen Arbeits­um­ge­bung schwierig sein kann, ist sie bei virtu­ellen Teams eine echte Heraus­for­de­rung.

In Zeiten des Remote Works sind Unter­nehmen jedoch gezwungen, diese Heraus­for­de­rung anzu­nehmen. Die erfolg­reiche Etablie­rung von Vertrauen in der Orga­ni­sa­tion ist für ein Unter­nehmen und seine Führungs­kräfte mit vielen Vorteilen verbunden. Ihre Mitar­beiter sind moti­vierter, produk­tiver, inno­va­tiver, seltener krank und stärker an das Unter­nehmen gebunden.

Um Vertrauen in virtu­ellen Teams zu schaffen, stehen Ihnen als Führungs­kraft zahl­reiche konkrete Maßnahmen zur Verfü­gung. Je mehr dieser Maßnahmen Sie in Ihrer opera­tiven Führung anwenden, desto größer ist die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit, inner­halb kurzer Zeit eine Kultur des Vertrauens unter Ihren Remote Workern zu etablieren.


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